Der Zeitplan
Winter ’27 rollt gestaffelt aus. Sandboxes werden überwiegend um den 29. August 2026 aktualisiert, die Produktionsorgs folgen am 3. und 10. Oktober 2026, je nach Instanz. Die Durchsetzung der unten genannten Release Updates ist auf September 2026 datiert.
Das eigene Datum steht in Setup unter Company Information (Instanz) und lässt sich über Salesforce Trust nachschlagen. Verlass dich nicht auf die allgemeinen Termine, sie unterscheiden sich pro Instanz.
1. Der OAuth-Username-Password-Flow verschwindet
Das ist der Punkt mit dem größten Schadenspotenzial. Connected Apps unterstützen den Username-Password-Flow nicht mehr, also den Flow, bei dem ein Client Benutzername und Passwort direkt gegen ein Access Token tauscht. Der Grund ist offensichtlich: Die Zugangsdaten wandern im Klartext durch den Request und liegen dauerhaft in irgendeiner Konfiguration.
Neu ist die Empfehlung nicht. Salesforce rät seit Langem, User-Agent- und Username-Password-Flows aktiv zu blockieren, und für External Client Apps, die nächste Generation der Connected Apps, wurde der Flow von vornherein gar nicht erst angeboten. Winter ’27 macht aus der Empfehlung eine Tatsache.
Was an die Stelle tritt
| Szenario | Empfohlener Flow |
|---|---|
| Server-zu-Server, CI/CD, automatisierte Skripte | JWT Bearer Flow (braucht ein Zertifikat, keinen Browser) |
| Dienst authentifiziert sich als er selbst | Client Credentials Flow, an einen Integrationsbenutzer gebunden |
| Benutzer meldet sich interaktiv an | Web Server Flow |
| Ausgehender Aufruf aus Apex | Named Credential (Authentifizierung bleibt aus dem Code heraus) |
Wenn du ohnehin umbaust, lohnt der Schritt zu External Client Apps gleich mit. Sie trennen die Entwicklereinstellungen sauber von den Richtlinien, die ein Administrator in der Zielorg setzt, und lösen die Verteilungsprobleme, die Connected Apps beim Packaging hatten. OAuth-Secrets liegen dabei in einer globalen Datei, die lokale Einstellungsdatei enthält keine sensiblen Daten.
Betroffene finden
Das Login-History-Protokoll führt den Login-Subtyp und weist Username-Password-Flows getrennt aus. Ein Blick auf die letzten Monate zeigt zuverlässiger als jede Dokumentation, welche Integrationen noch so anmelden, inklusive der Skripte, von denen niemand mehr wusste.
2. Profilnamen werden gefiltert
Benutzer sehen künftig nur noch ihren eigenen Profilnamen, sofern sie nicht
die Berechtigung View All Profiles haben. Klingt harmlos, bricht
aber alles, was Profilnamen in der Oberfläche auswertet: Formeln über
$Profile.Name in Sichtbarkeitsregeln, LWCs, die eine
Profilliste anzeigen, Berichte über Benutzerprofile.
Nebenbei ein guter Anlass, solche Konstruktionen ganz loszuwerden. Verzweigungen über Profilnamen sind seit jeher spröde. Custom Permissions sind der stabilere Weg.
3. E-Mail-Änderungen brauchen Verifizierung
Der Salesforce-Support kann die Email Change Verification nicht mehr abschalten. Benutzer müssen eine neue Adresse bestätigen, bevor die Änderung greift. Wer E-Mail-Adressen in großer Zahl umstellt, etwa nach einer Firmenübernahme oder bei einem Domainwechsel, braucht dafür künftig konfigurierte Authorized Email Domains beziehungsweise DKIM-Schlüssel.
4. Barrierefreiheit bei Cards, Docked Containers, Menu Lists und Panels
Verbesserungen für die Darstellung ab 200 % Browservergrößerung. Für die meisten Orgs unkritisch, aber eigene Komponenten, die sich auf feste Höhen oder Positionierungen dieser Container verlassen, sollten einmal bei starker Vergrößerung angesehen werden.
5. Steuerberechnung bei Anpassungen in Order Management
Korrigiert falsch berechnete Steuersätze, wenn Anpassungen im Spiel sind, relevant bei Stornierungen, Retouren und Gebühren. Betrifft nur Orgs mit Order Management, dort aber Beträge, und damit auch Abgleiche mit angeschlossenen ERP-Systemen.
Und ein Blick weiter voraus
Für Spring ’27 ist das Ende von Salesforce to Salesforce angekündigt. Als Nachfolger nennt Salesforce Partner Cloud, Data Cloud One, MuleSoft Anypoint und MuleSoft for Flow. Wer die Funktion noch nutzt, sollte die Migration jetzt einplanen und nicht erst, wenn Winter ’27 durch ist.
Eine Checkliste für die nächsten Wochen
- Login History nach Username-Password-Flows durchsehen und die aufrufenden Systeme auflisten.
- Für jedes System entscheiden: JWT Bearer oder Client Credentials, und gleich auf External Client Apps umstellen.
- Nach
$Profile.Namein Formeln, Flows und Komponenten suchen. - Prüfen, ob Prozesse existieren, die E-Mail-Adressen ohne Verifizierung ändern.
- Alles in der Sandbox testen, sobald sie Ende August auf Winter ’27 steht, vor der Durchsetzung im September.
Quellen
- Salesforce Winter ’27 Release: What to Expect and How to Prepare, Salesforce Ben
- Salesforce Winter ’27 Release Date + Preview Information, Salesforce Ben
- Release Updates, Salesforce Help
- Salesforce-Dokumentation zu External Client Apps, JWT Bearer Flow, Client Credentials Flow und Named Credentials