Die Plattform bekommt eine Werkzeugschicht
Der größte Block in Summer ’26 dreht sich um das Model Context
Protocol. Salesforce liefert Hosted MCP Servers allgemein
verfügbar aus: fertige Server für CRUD und SOQL auf sObjects, für Abfragen
gegen Data 360 und für Tableau-Analytik. Interessanter ist der zweite Teil. Eigene
MCP-Server lassen sich aus Bausteinen erzeugen, die ohnehin in
der Org liegen: Apex Actions, Flows, Apex REST, @AuraEnabled-Methoden,
Named Query API, Prompt Builder, Agentforce-Agenten und dem API Catalog.
Praktisch heißt das: Was du bereits als Automatisierung gebaut hast, wird ohne Umweg zum Werkzeug für einen Agenten. Der Aufwand verschiebt sich vom Anbinden zum Zuschneiden: welche Aktion darf ein Agent aufrufen, mit welchen Rechten, mit welcher Fehlerbehandlung. Das ist eine Architekturfrage, keine Integrationsfrage.
Für die Entwicklungsumgebung kommt der Salesforce DX MCP Server als Beta dazu, mit Werkzeugen für SLDS-Styling-Hinweise und ApexGuru, das Apex-Code anhand von Laufzeitmetriken beurteilt. Weitere Server für Metadata API, Data 360, Omnistudio und Marketing Cloud Engagement stehen in verschiedenen Reifegraden bereit.
LWC: Zustand verlässt den Component-Baum
State Managers sind allgemein verfügbar. Die Idee in einem
Satz: Daten und die Logik, die sie verändert, wandern aus den Komponenten
heraus. Über das Primitiv defineState baust du einen
Zustandscontainer aus drei Bausteinen: atom(value) für einen
Wert, computed([deps], fn) für einen abgeleiteten Wert und
setAtom(atom, value) zum Setzen.
Wer schon einmal einen Wert durch fünf Komponentenebenen gereicht oder ihn über einen Pub/Sub-Kanal geschmuggelt hat, weiß, warum das gebraucht wurde. Für den Zugriff auf Lightning Data Service bringt Salesforce fertige State Manager mit.
Daneben, kleiner, aber im Alltag spürbar:
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Gruppierte
<details>-Elemente in API 67.0, ein Akkordeon ohne eine Zeile JavaScript. - Schnelleres Hot Module Reloading.
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Dynamic Lists in der Developer Preview
(
lightning-dynamic-list-container), die per Virtualisierung nur den sichtbaren Ausschnitt rendern. Für Listen mit Tausenden Zeilen war das bisher Eigenbau. -
Lightning Web Security blockiert
data:-URIs bei Downloads. Wer Dateien so ausliefert, stellt aufblob:-Objekt-URLs um. Das ist eine Bruchstelle, keine Ergänzung.
Die Developer Console hat einen Nachfolger
Die Web Console (Beta) ist eine browserbasierte Entwicklungsumgebung für Apex, LWC und Metadaten, direkt in jeder Org. Sie lädt schneller als die Agentforce-Vibes-IDE und ist als Ablösung der alten Developer Console gedacht.
Das ersetzt keine lokale Umgebung mit Versionskontrolle, und sollte es auch nicht. Aber für den Fall „kurz in die Produktion schauen, warum ein Job hängt“ ist es der Unterschied zwischen einem Werkzeug aus 2013 und einem aktuellen.
Apex-Komfort, endlich
Neben der Umstellung auf User Mode, die einen eigenen Beitrag wert ist, bringt API 67.0 Kleinigkeiten, die erstaunlich viel Ärger sparen:
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Mehrzeilige Strings über dreifache Anführungszeichen
(
'''). Keine+ '\n' +-Ketten mehr für ein SOQL-Fragment oder eine E-Mail-Vorlage. -
String.template()mit benannten Platzhaltern im Format${variableName}, als Ersatz fürString.format()mit seinen durchnummerierten Positionen, bei denen niemand ohne Nachzählen weiß, was{3}ist. -
Integrationstests in der Developer Preview: die
Annotation
@IntegrationTesterlaubt echte Callouts und Commits mitten in der Transaktion, dazu@TearDownzum Aufräumen. -
Elastic Limits (Beta) für Queueable- und
@future-Jobs, die bis zum Doppelten des lizenzierten Tageslimits einreihen dürfen. Beobachtbar überSystem.OrgLimits.getMap().
Zwei Punkte für den Kalender
SOAP login() wird in Summer ’27 zurückgezogen.
Authentifizierung über Benutzername und Passwort per SOAP endet damit;
der Weg führt über OAuth mit JWT-Token. Die SOAP API akzeptiert dafür ab
sofort JWT-basierte Token im sessionId-Header. Wer noch
Skripte mit SOAP-Login betreibt, hat ein Jahr Zeit, sollte es aber nicht
ausreizen, denn der
Username-Password-Flow bei OAuth fällt schon in Winter ’27.
Der zweite Termin liegt näher: Ab dem 13. Juli 2026 wird der neue Agentforce Builder zum Standard. Bestehende Agenten lassen sich per Klick auf Agent Script umstellen, dessen Parser, Linter, Compiler und LSP-Integration Salesforce unter Apache 2.0 offenlegt.
Einordnung
Der Schwerpunkt des Releases liegt eindeutig bei Agenten, und wer damit
nichts vorhat, könnte den Eindruck bekommen, es sei wenig für ihn dabei.
Das täuscht. Die drei Änderungen mit dem größten Effekt auf bestehenden
Code (User Mode als Standard, blockierte data:-URIs und der
angekündigte Wegfall der Passwort-Flows) haben mit KI nichts zu tun. Sie
stehen nur weniger prominent in der Ankündigung.
Quellen
- Salesforce Summer ’26 Release Notes, Salesforce Help
- Salesforce Release-Übersicht